Nov 20
Tagungsbesuch Mobile Learning Day 2009 | Institut zur Evaluation von Web-Auftritten
Einige Eindrücke:
- Bei Mobile Learning (M-Learning) handelt es sich um einen weiteren Kanal, Lernende mit Lernmaterialien, Übungen usw. über ein technisches Gerät zu erreichen.
- Die Entwicklung befindet sich noch in den Kinderschuhen, Software muss für verschiedene Plattformen entwickelt werden.
- Erste Produkte stammen wieder aus dem Drill-and-Practice-Bereich, wie digitale Karteikarten (nach Sebastian Leitner) zum Lernen von Sprachen oder Fakten eines Leistungskurses.
- Im Bereich informellen (freiwillig, ohne Zertifizierung) Lernens werden die Möglichkeiten schon genutzt (z. B. durch den Verkauf von über 70.000 Sprachlern-Apps für das iPhone).
- Im Bereich formellen Lernens (z. B. Schulen und Hochschulen, berufliche Bildung) gibt es neue Probleme / Hindernisse:
- Ein bisher privat genutztes Gerät (Handy), welches positiv von Schüler/-innen wahrgenommen wird, wandelt sich zu einer Maschine, auf der Hausaufgaben per E-Mail ankommen und mit dem gelernt werden soll. Dies kann zu einer Ablehnung führen.
- Ein Teil der Freizeit (Weg von und zum Betrieb) wird von der Arbeit vereinnahmt. Die Arbeitszeit weitet sich aus, ein Abschalten wird erschwert.
- Teure und zeitaufwendige Anwendungen werden von Studierenden nicht genutzt - hilft hier Zwang durch Implentierung prüfungsrelevanter Informationen, Belohnungen wie Bonuspunkte in einer Klausur oder eher "spannendere" Entwicklungen?
- Studierende missbrauchen W-LANs zu privaten Aktivitäten (E-Bay, Surfen, Spielen) im Unterricht - es gibt aber auch produktive Beispiele zur Wiki-Entwicklung.
- In manchen Schulen sind Handys auf dem Gelände verboten. Ein Einsatz im Unterricht ist dann schwerer zu vermitteln.
- Manche Beispiele des Just-In-Time Lernens (z. B. Reparatur einer Maschine vor Ort) erfordern eher Anwendungen von Wissensmanagement (wo liegt die Pflege- und Reparaturanleitung, erreichbar durch Handy oder Laptop).
- Es wird an Verknüpfungen bestehender Software mit Mobile Anwendungen (z. B. für Moodle) gearbeitet.
- Begriffe: micro-learning, entgrenztes E-Learning, m-learning, Handy, Notebook, Laptop.
- Es gibt unterschiedliche Ansichten zu Lerndauer einer Einheit und Einsatzort - von 2 Minuten an der Bushaltestelle bis 20-30 Minuten in der Lastwagenkabine oder im Zug.
- Mit Ton- und Video-Podcasts stehen zahlreiche Lerninformationen zur Verfügung, die gebündelt über Apples iTunes erreichbar sind.
Meine Gedanken:
- M-Learning ist eine interessante Ergänzung des Blended Learnings, wird aber andere Formen des Lernens nicht vollständig verdrängen.
- Einzelne Lerneinheiten müssen schnell auffindbar sein.
- Sie müssen mit der benötigten Dauer gekennzeichnet sein, um eine Auswahl nach verfügbarer Zeit zu ermöglichen.
- Ich stimme mit Michael Ribold von der Leuphana Universität Lüneburg darin überein, dass Lehrende und Entwickler den Wechsel von Präsenz- nach Fernlehre als neue Dimension begreifen müssen. Es sollten die Erkenntnisse der Fernlehre, die seit Jahrzehnten vorliegen, berücksichtigt werden.
- Einige Probleme sind identisch mit denen aus der Frühzeit des E-Learnings.
- Solange E-Learning an einer Schule oder Hochschule noch nicht fest verankert ist, hat M-Learning keine große Chance.
via illmeva.eu
Interessanter Rückblick auf den Mobile Learning Day in Hagen ... ich denke auch, dass wir bei dem Thema noch ganz am Anfang stehen (habe gerade mal im Android-Market geschaut und nicht wirklich eine App gefunden!) - das Thema wird aber mit der Verbreitung des mobilen Internet definitiv ein bedeutsames Thema!

